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Gebet und Kontemplation, 2

Klaras Gebet war Liebe, und wie kann Liebe tiefer zum Ausdruck gebracht werden, als in der hin-hörenden Hin-gabe. Sicher finden wir auch bei Klara das bittende, das für-bittende Gebet und ganz besonders Lobpreis und Dank, nahm sie doch alles hinein in das Glühen ihrer Liebe, aber das Wesen, das innerste ihres Betens, war die vorbehaltlose, lauschende Hingabe.
Und ihre liebste Zeit scheint die Nacht zu sein. Klara wusste wohl noch etwas von der Faszination der Nacht. Niemals sonst ist ja die Stille so spürbar und zu keiner anderen Zeit Gottes so hörbar voll.
Klara war ihrem Gott bis an die Grenze, die das Geschöpfsein uns Menschen setzt, entgegengegangen, sich unterwegs von allem Ballast befreiend, nur mit sich selbst in ihren leeren Händen. Und sie wird gerungen haben mit ihrem Gott, darauf lassen die immer wieder auftauchenden Hinweise auf so zahlreiche Tränen schließen.
Doch auch das andere: Von diesem Gott, den sie der heiligen Agnes von Prag und ihren Mitschwestern empfiehlt fortwährend anzuschauen, wird sie so randvoll erfüllt, dass ihr Gesicht von Gottes Glanz aufstrahlt, dass sie Ihn in ihren Worten weitergibt, das Klara die, Leuchtende, die wirklich Erleuchtete wird. Klara lebte eine Hingabe, die alles um sich herum zu vergessen schien, selbst das Essen, und in der sie doch so hellwach war, dass ihr nichts in ihrer Umgebung entging. "Denn öfters in kalten Nächten deckte sie mit einer Hand die Schlafenden zu, und von denen, die sie für zu schwach hielt, die gemeinsame Strenge des Lebens zu halten, wollte sie, sie sollten sich mit einer gemilderten Lebensweise zufrieden geben," berichtet uns Celano(Cel 38).

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