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In der Kirche - für die Welt

Die Faszination für ein Leben in Armut nach dem Evangelium hatte Klara ganz erfasst. Ihr von Gott geschenktes Leben wurde zu einem verschenkten Leben. Durch ein Hineinhören und ein Hineinleben in das Wort Gottes wird ihr Leben fruchtbar. Trotz ihrer Zurückgezogenheit wird Klara mit ihren Schwestern zum Lichtpunkt der Stadt Assisi und der Umgebung. Innerhalb ihres Klosters leitete sie eine Gemeinschaft, die nach außen wirkte. Die Grenzen der Klausur wurden auch von außen nach innen überschritten, indem die Schwestern regen Anteil an den Sorgen der Menschen nahmen, die zu ihnen kamen. Klara kannte den Begriff "Emanzipation" nicht, aber sie lebte sie. Als starke und selbstbewusste Frau kämpfte sie mit Bischöfen und Päpsten um ihre Ideale. Nicht in zerstörerischer Kritik, sondern in verantwortungsvollem Einsatz, und in Freiheit reformierte sie die Kirche von innen. Klara suchte einen Weg der Partnerschaft und Geschwisterlichkeit in der Kirche. Allerdings geht sie einen Weg ohne Kompromisse. Was sie als richtig erkannt hat, verteidigt sie bis zum Letzten. Dabei ist sie weitab von Rechthaberei, sie verteidigt ihren Weg im Aufeinanderhören und in Solidarität. "Was dient dem Leben?" Diese Frage war Richtschnur. Es ist schon eigenartig, dass Klara trotz ihres Widerstandes gerade in kirchlichen Kreisen ein hohes Ansehen genoss. Nie wurde die Lauterkeit ihrer Person und ihrer Ziele in Frage gestellt.
Klara fühlt sich nicht nur für ihre Gemeinschaft und die Kirche verantwortlich, sondern auch für die Stadt Assisi, für die Welt. Beten ohne Mein Umfeld, ohne die Welt zu gestalten, verrät das Christentum. Beten ist das Öl im Getriebe, ohne das die Welt heiß läuft und in der Gewalt endet. Es ist Gottes Auftrag, die Welt zu gestalten. Wie kann Welt von uns gestaltet werden, wenn Gott nicht mehr zu Wort kommt. Im Hören auf Gott werde ich hellhörig für die Menschen.

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