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Das Brotwunder
Dem Rat des Evangeliums und dem Beispiel Francescos folgen, alle Güter veräußern und ein armes, zurückgezogenes, ganz auf Gott gerichtetes Leben führen - das war für viele ein Anruf, es Klara nachzutun. So waren bald an die fünfzig "Arme Frauen" (Pauperes Dom inae - Povere Dame) in San Damiano, dem Klösterchen, das Franziskus seinen "Herrinnen" hergerichtet und überlassen hat. Mit diesem Bild sind wir mitten in dieser Gemeinschaft: acht Schwestern umgeben Klara an einem leeren Tisch. Messer deuten daraufhin, daß Essenszeit ist. Hören wir weiter, was Sr. Cecilia unter Eid beim Heiligsprechungsprozeß aussagte: "Eines Tages, als die Schwestern nur noch ein halbes Brot hatten, weil sie die andere Hälfte den außerhalb wohnenden Brüdern geschickt hatten, befahl mir Frau Klara, jenes halbe Brot in 50 Scheiben zu schneiden und sie den Schwestern zu bringen, die zu Tisch gegangen waren.... Und also hat der Herr jenes Brot auf solche Weise vermehrt, daß ich davon fünfzig gute und große Scheiben geschnitten habe, wie die heilige Klara mir aufgetragen hatte" (P 6,16). Über die nach biblischem Vorbild erzählte Brotvermehrung hinaus sagt das Wunder zumindest auch etwas über die harte Realität in San Damiano: Es fehlte manchmal am Notwendigsten; es war ein ungesichertes Leben. |