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Der Bischof überreicht Klara den Palmzweig
Seit mehr als drei Jahren redet ganz Assisi von Francesco di Bernardone. Er war in großer Ausrüstung nach Apulien aufgebrochen, aber wenige Tage später nach Hause zurückgekehrt und hatte begonnen, Dinge zu tun, welche die meisten für verrückt hielten und nur wenige für heilig. Unter den wenigen war Klara. Sie lauschte, wenn Franz in San Rufino predigte; ja, sie schickte Eßwaren zu der kleinen Schar, die sich um den Kaufmannsohn gebildet hatte. Ihr Vetter Rufino gehörte auch schon dazu, weswegen man im Haus Favarone oft Ursache hatte, über diese eigenartigen Typen zu reden, die das Evangelium so verrückt ernst nahmen. Klara fühlte sich angezogen von diesem Leben, auch wenn sie wußte, daß sie es nicht vollständig mit ihnen teilen konnte. Sie inszenierte mit ihrer Freundin Bona einige Gespräche mit Francesco. Deren Ergebnis war das, was am Palmsonntag 1211 geschah. (Nach anderen Autoren 1212). Klara legt nochmals ihre schönsten Gewänder an; das kräftige Rot hebt sie von allen hinter ihr stehenden Frauen ab. Sie nimmt an der Palmweihmesse im Dom teil und empfängt aus der Hand des sie überragenden Bischofs den Palmzweig. Es scheint als empfinge sie damit auch den Segen dazu, das nachzuahmen, was in der Karwoche besonders gefeiert wird: der Kreuzweg Jesu von Jerusalem nach Golgotha. Alles deutet darauf hin, daß Bischof Guido in das ganze Vorhaben Klaras eingeweiht war (vgl. LegCl 7) |